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Sicher und
geborgen im Alter

Dachstiftung Diakonie

Neujahrsempfang am 30. Januar zum Thema Armut

Ein politisches Signal zur Überwindung von Armut ging vom Neujahrsempfang der Dachstiftung Diakonie aus, der am Freitag, 30. Januar, in Isenbüttel bei Gifhorn stattfand. Armut und Benachteiligung können nur dann nachhaltig überwunden werden, wenn es genug bezahlbaren Wohnraum und Unterstützung für Betroffene gibt. Die diakonische Arbeit allgemein und besonders die Wohnungslosenhilfe der Diakonischen Gesellschaft und Stiftung Wohnen und Beraten (DWB), die in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen.

Hauptredner und Buchautor Dr. Ronen Steinke meinte, dass viele die Augen vor dem Leben in Armut verschließen, ja sogar den Betroffenen selbst die Schuld geben. Anschaulich beschrieb er, wie arme Menschen sich keinen guten Anwalt und keine Kaution leisten können und daher viel schneller im Gefängnis landen als etwa Wirtschaftskriminelle, die zuweilen andere oder den Staat und „damit uns alle“ um Millionenbeträge betrogen hätten. Viele Betroffene kämen durch Schicksalsschläge auf die Straße, wo ihnen dann ungeeignete und unsichere Notunterkünfte angeboten würden. Es könne jeden treffen.

Zugleich drückte er seine Hochachtung vor der Arbeit der Diakonie aus. Sie kümmere sich um obdachlose und viele andere benachteiligte Menschen. Diese Arbeit sei nur mit Idealismus und Nächstenliebe zu bewältigen. Oft würden Mitarbeitende in der Obdachlosenarbeit sogar ihrerseits diskriminiert und gesellschaftliche Anerkennung verweigert. „Es gibt nichts Edleres, als es trotzdem zu tun.“

Hans-Peter Daub, Vorstand der Dachstiftung Diakonie, eröffnete zuvor den Empfang. Mit Blick auf die kirchliche Jahreslosung „Siehe, ich mache alles neu“ meinte er, es gebe immer eine neue Chance als ein Geschenk von Gott. Allerdings: „Die Welten von Überreichen und Armen werden immer hermetischer voneinander abgegrenzt.“ Dagegen würden seit 150 Jahren die Stiftung und Gesellschaft „Wohnen und Beraten“ etwas für ein menschenwürdiges Leben und das Notwendige tun.

Zum Auftakt des DWB-Jubiläumsjahres stand der Empfang unter dem Thema „Armut“ und gewährte Einblicke in die Arbeit der DWB. Im Interview erklärte der kaufmännische Vorstand Dr. Jens Rannenberg, zugleich Vorsitzender des Evangelischen Bundesfachverbands Existenzsicherung und Teilhabe (EBET), die gegenwärtige Lage und untermauerte dies mit Zahlen aus dem Landkreis Gifhorn: 2006 waren 26 Menschen im Landkreis obdachlos, jetzt sind es ungefähr 200. So sei selbst in Wohlstandsjahren die Lage schlimmer geworden, die Kluft größer. Man könne jetzt eine Versicherung für private Eigentümer anbieten, die dann sicher an ehemalige Wohnungslose vermieten können.

Frank Schönberg hat ein halbes Jahr auf der Straße in Wolfsburg gelebt und machte deutlich, was das für einen Menschen bedeutet. Durch Sucht verlor er Familie, Arbeit und Wohnung. „Ich hatte kein Zuhause mehr.“ Durch den Tagestreff „Carpe diem“ in Wolfsburg habe er wieder Fuß gefasst.

DWB-Sozialpädagogin Jasmin Hinze stellte das Jubiläums-Projekt „Runter von der Straße“ in Braunschweig vor. Wie vor 150 Jahren die Arbeit mit dem Bau eines Hauses für obdachlose Menschen begann, so soll auch im Jubiläumsjahr versucht werden, ein Grundstück in Braunschweig zu finden und dort ein Haus für 20 wohnungslose Menschen zu bauen.

Die Gospel- und Soulsängerin Lea Morris begeisterte zusammen mit ihrer Family-Band musikalisch und ermunterte auch zum Mitsingen. Der neue Gifhorner Landrat Philipp Raulfs sagte in seinem Grußwort, dass die Diakonie konkrete Projekte anstößt und sich durch ihre klare, manchmal auch kritische Haltung auszeichnet.

Nach dem offiziellen Teil lud Vorstand Dr. Jens Rannenberg die über 300 Gäste zum Buffet der Kästorfer Küche ein, das Gelegenheit bot, sich auszutauschen und zu vernetzen.

Die Dachstiftung Diakonie setzt sich seit Jahren für soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt ein.

Ein Mann spricht am Rednerpult, daneben ein gelbes Plakat zur Aktion „#runtervonderstraße – Gemeinsam für ein Zuhause in Braunschweig“.

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