Unsere Jugendhilfe‑Fachleute sind nach der Bluttat von Stade im Fernsehen als Expertinnen und Experten gefragt. Venito‑Geschäftsführerin Carola Hahne wurde von SAT.1 Regional interviewt; Cornelius‑Werk‑Geschäftsführer Stefan Böhme und Erziehungsleiter Martin Frehse waren gestern auf Gut Lüben bei MDR Regional zu Gast.
SAT.1‑Regional‑Reporter Olli Vollmering fragte Carola Hahne nach der Stimmung unter den Jugendhilfe‑Kolleginnen und -Kollegen. Sie sprach von tiefer Betroffenheit und erinnerte an Gespräche mit Eskalationspotenzial. Es gebe auch Angst. Im Einzelfall würden Sicherheitsdienste bestellt, aber nur sehr selten. „Wenn wir unsere Einrichtungen zu einer Wagenburg machen, werden wir unsere Arbeit nicht mehr leisten können“, sagte Martin im MDR. „Das Wichtigste für uns ist, dass wir weiter gut ausgebildetes Personal haben und unsere Leistung gut refinanzierbar ist“, so die Venito‑Geschäftsführerin.
Carola Hahne nutzte die Gelegenheit, deutlich zu sagen, dass die gegenwärtige Spardebatte mit Blick auf die Jugendhilfe sehr kontraproduktiv sei. Mehr Sicherheitspersonal sieht sie — ebenso wie Martin Frehse vom Cornelius‑Werk — nicht als Lösung: „Wir arbeiten mit Beziehung, mit Kommunikation und Deeskalation. Das ist unsere Aufgabe: Menschen zu stärken“, so die Venito-Geschäftsführerin am 1. Juli in der Nachrichtensendung SAT.1 Regional.
Am Montag, dem 13. Juli, berichtete Stefan Böhme in der Abendsendung „MDR aktuell“ von dem seltenen Fall, dass Übergriffe stattfinden. Der MDR zitiert eine Verdi‑Studie, nach der jede:r Zweite in der Jugendhilfe psychische Gewalt erlebte, jede:r Dritte sogar körperliche Gewalt. Die Jugendhilfe‑Expertinnen und -Experten des Cornelius‑Werks meinen, man lebe vor allem von niederschwelligen Angeboten und Vertrauen.
