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Sicher und
geborgen im Alter

Dachstiftung Diakonie

„Diakonie ist tatkräftiges Handeln“

Der Wechsel des Theologischen Vorstandes in der Dachstiftung Diakonie wurde am Donnerstag in einem Festgottesdienst mit 350 Gästen aus Diakonie und Kirche, Politik und Gesellschaft in der Kirche des Stephansstiftes in Hannover vollzogen.

Nach 12 Jahren in der Dachstiftung Diakonie ist jetzt der 67-jährige Theologische Vorstand Pastor Hans-Peter Daub in den Ruhestand verabschiedet worden. Zugleich wurde durch Landesbischof Ralf Meister Pastor Dr. Friedrich Ley als Nachfolger eingeführt, der zuletzt die Diakonie in der Kirche in Oldenburg leitete.

Meister meinte zum Lebensweg von dem 53-jährige Ley: „Es scheint so, als ob alles von Anfang an auf diesen Tag zusteuert.“ Der „scharfsinnige Theologe“ durchlief eine Qualifizierung von künftigen Führungskräften in der Diakonie und war dann noch eine Zeit im Landeskirchenamt: „Ich hoffe, Sie denken das wie ich: Kann nicht schaden“. 

In ihrer Dialogpredigt sprachen Friedrich Ley und Hans-Peter Daub über zwei biblische Texte: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was Gott von dir erwartet: Recht tun, Güte leben und achtsam mit deinem Gott gehen.“ (Micha 6,8) „Und der König stieg herab von seinem Thron.“ (Jona 3,6)

Ley meinte: „Diakonie ist tatkräftiges Handeln und hat ein öffentliches, auch politische Mandat. Jeder Mensch ist es wert, gesehen zu werden. Ein Mensch, der Hilfe in Anspruch nimmt, bleibt Subjekt, ein demenziell veränderter Mensch bleibt Individuum“. Daub sagte: „Recht braucht Mut. Rechtliche Vertretung ist sicherzustellen, auch für Wohnungslose und Geflüchtete.“ Güte meine beständige Zuwendung. Ein rechter Mainstream setze zurzeit Barmherzigkeit herab. 

„Das herrschende Modell autoritärer Führung wird schmerzhaft scheitern“. In einem Kollegial geführten Unternehmen sei Eigenwirksamkeit wichtig. Dem stimmte Ley zu: „Wo Macht geteilt wird, wächst Wirkung“. Ungewöhnlicherweise quittierte die Gemeinde die Predigt mit Beifall.  

Bei der Entpflichtung nannte Meister Daub einen innovativen Grenzüberschreiter. „Du sahst dich verpflichtet, an der Macht zu arbeiten, auch als Auftrag an sich selbst. Das Modell der Kollegialität lag dir besonders am Herzen. Konsequente Demokratisierung nennst du das“. 

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates und frühere Theologische Vizepräsident des Landeskirchenamtes Arend de Vries beschrieb die Dachstiftung Diakonie als ein modernes, auf die Zukunft ausgerichtetes Komplexunternehmen mit traditionellen Werten, das ungewöhnlicherweise durch einen gleichberechtigen Zwei-Personen-Vorstand geleitet wird. Er sei zuversichtlich, dass Ley „das diakonische Dickschiff“ in die Zukunft führen werde mit Auftrag, Haltung und Stärke. 

Bezirksbürgermeisterin Belgin Zaman erinnerte daran, dass das Stephansstift ein Ort des Kirchenasyls ist und so zu einen „Zukunftsort“ für Geflüchtete wird. „Wir brauchen Menschen die Brücken bauen in einer Zeit, wo andere spalten“. Der Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen Oberlandeskirchenrat Joachim Lenke sagte, Daub und er blickten kritisch auf Veränderungen in unserem Land, wo Sozialpolitik primär als Kostenfaktor gesehen werde und nicht als etwas, dass unsere Gesellschaft zusammenhalte. Der kaufmännische Vorstand der Dachstiftung Diakonie Dr. Jens Rannenberg betonte seine freundschaftliche Verbindung mit Hans-Peter Daub und meinte: „Die kulturelle Stärke der Dachstiftung Diakonie ist durch und mit Dir gewachsen.“

Es folgt ein Empfang im Zelt nebenan mit einem bunten Programm, unter anderem mit einem gesungenem Rap-Grußwort des Vorsitzenden der Mitarbeitendenvertretung Rüdiger Noll, Übergabe eines eigens erstellten Freundebuches für Daub und weiteren Geschenken, auch an Ley. Für beschwingte Musik sorgten „Die Peanuts“.

Vier Personen in liturgischer Kleidung stehen am Altar einer Kirche; eine Frau rechts applaudiert, Kreuz und Kerzen im Hintergrund.

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